Börsen Betrug mit Bitcoin: Polizei legt betrügerischen Seiten das Handwerk

Wer auf Börsenkurse wettet und richtig liegt, der darf sich, natürlich abhängig vom Einsatz, über richtig hohe Gewinne freuen. Jedoch nur dann, wenn man über einen seriösen Broker investiert hat. Wie nun bekannt wurde, haben sich mehr als 200.000 Deutsche blenden lassen und ihr Geld über Plattformen investiert, die von Betrügern betrieben wurden.

 

Verlust liegt bei durchschnittlich 40.000 Euro/Kunde

 

Mit einer europaweiten Aktion war es der Staatanwaltschaft Saarbrücken möglich, einen riesigen Ring von Internetbetrügern zu zerschlagen. Der Deutsche Karsten L., der der Kopf der Bande sein soll, sitzt in Wien in Untersuchungshaft. Noch gibt es aber keine Anklage, weil die Ermittler erst die gefundenen Daten auswerten müssen.

 

Nach den ersten Ergebnissen hat der Deutsche mindestens fünf betrügerische Plattformen betrieben – dazu gehören unter anderem „TradeInvest90“, „ZoomTrader“, „Option 888“, „TradoVest“ und „XMarkets.com“. Es besteht zudem auch der Verdacht, dass es noch weitere Portale gibt, die von Karsten L. betrieben wurden. Per Facebook-Werbung oder YouTube-Videos wurden Kunden angeworben, die dann nach der Kontoeröffnung immer wieder telefonisch aus einem Call-Center im Kosovo angerufen und gedrängt wurden, noch mehr Geld zu investieren.

 

Auch wenn nicht klar ist, wie viele der rund 200.000 Deutschen ihr Geld investiert haben, so gehen die Ermittler davon aus, dass der durchschnittliche Verlust bei 40.000 Euro liegt. Aktuell gibt es 233 Strafanzeigen gegen die bislang bekannten Portale.

 

Wie die Betrüger vorgegangen sind

Jeder neue Kunde hat einen Online-Berater zugewiesen bekommen. Der Kunde sollte glauben, der Berater würde ihm mit Tipps und Tricks zur Seite stehen – in Wahrheit ging es aber nur darum, den Kunden zu höheren Einzahlungen zu bewegen. Hat man nämlich den Mindesteinsatz von 250 Euro getätigt, so wurde man von Seiten der Berater gedrängt, noch mehr Geld zu investieren, um noch höhere Gewinne verbuchen zu können.

 

So ging es auch Tina Hausner (Name geändert). Nachdem sie sich registriert hat, wurde sie kurze Zeit später schon telefonisch kontaktiert. „Schon während des ersten Telefonats wurde mir heimlich Geld von meiner Kreditkarte abgebucht“, so Hausner. „Ich habe das leider zu spät bemerkt.“ Sie forderte das Geld zurück, hat jedoch keinen Erfolg gehabt. „Jeden Tag wurde ich angerufen. Jeden Tag wurde ich gefragt, wie viel Geld ich investieren will und welche Träume ich habe. Mir wurde aber auch gedroht“, so die betrogene Kundin, die mehr als 11.000 Euro verloren hat. Und auch wenn bereits Ermittlungen laufen, so wird Frau Hausner noch immer täglich angerufen.

 

Helmut Keil (Name geändert) ist über die bekannte „Die Höhle der Löwen“-Anzeige in die Falle getappt. „Ich habe gelesen, dass eine Frau, die 250 Euro investierte, eine Stunde später einen Gewinn von 100 Euro erzielt hat. Ich habe dann 500 Euro investiert“, so der 63 Jahre alte Rentner. Ein paar Tage später wurde er telefonisch kontaktiert. „Am Anfang lief es wirklich gut. Mein Kontostand ist in die Höhe geschossen. Ich habe dann noch zweimal 3.000 Euro investiert.“ Aus den 6.500 Euro, die er investierte, waren plötzlich 11.000 Euro geworden – das hat zumindest der Kontostand angezeigt. Als der Betrag ausbezahlt werden sollte, war das Guthaben auf einmal weg. „Mir wurde gesagt, dass das Geld nicht weg ist, ich müsse nur 2.000 Euro investieren, dann könnte die ganze Summe überwiesen werden“. Das hat er nicht gemacht. „Gier frisst Hirn“, so die abschließenden Worte des Betrogenen.

 

Anbieter überprüfen

Bevor man sein Geld investiert und mit Bitcoin Profit erzielen möchte, sollte man immer einen Blick hinter die Kulissen der Anbieter werfen. Es geht in erster Linie um Erfahrungs- wie Testberichte, sodass man eine Überblick erhält, ob es sich um eine seriöse oder eher fragwürdige Plattform hält. Natürlich sind hohe Gewinne möglich, wenn man sein Geld in Kryptowährungen investiert oder auf Kursentwicklungen wettet – aber natürlich kann man auch Geld verlieren. Der Markt kann sich nämlich immer in die nichtgewünschte Richtung bewegen.

 

Wird das Ersparte in den Aktien-, Devisen- oder auch Kryptomarkt gesteckt, so kann man zwar viel Geld gewinnen, aber muss sich bewusst sein, dass es auch zu nicht zu unterschätzenden Verlusten kommen kann.